Das Äußere zählt

Sage mir in welchem Zustand deine Tür ist, wie deine Hoftür, Gartentür, Eingangstür oder deine Einfahrtstore aussehen – und ich sage dir wer du bist. Ganz klar spielt das Äußere einer Tür, abgesehen einmal vom „Understatement“, welches hinter hellas-394092_640unscheinbaren Türen prächtige Gemächer auftut, ein gewichtige Rolle. Eine prächtige Tür impliziert – und das ist ein sonderbares Phänomen – eine relativ leichte Methode es zu öffnen, wenn das Tor nicht ohnehin nur symbolischen Charakter hat. Auch dies wohl eine Art von Understatement nach dem Motto „Seht her, ich bin so mächtig, keiner kann mir was, kommt herein, ich habe nichts zu verbergen.

Die Türen, die wirklich ihrer Funktion als Tür zum Verschließen bestimmter Sachlichkeit konzipiert sind, lassen zumeist jede ansprechende äußere Form vermissen. Hier wird die Unvereinbarkeit von Kapital und den damit verbundenen Restriktionen deutlich. Noch einmal: Ganz klar sind diejenigen Türen, die einen künstlerischen Anspruch in ihrer Optik vermitteln, aus rein ästhetischen und künstlerischen Aspekten in den meisten Fällen nicht wirklich geeignet, mehr als eine symbolische Tür zu sein.

Form und Intention

Was für ein Anspruch wird an eine Tür gestellt? Das ist eine Frage, die nicht so einfach zu beantworten wäre, würde man tiefer in sie dringen. Wir begnügen uns jedoch mit der Oberfläche. Was soll eine Tür darstellen? Eine Sperre, ein Hindernis, das Menschen oder auch Tiere, Lebewesen davon abhalten soll, ein bestimmtes Areal zu betreten, bevor nicht geöffnet wurde. Wichtig scheinen in diesem Zusammenhang also die Stabilität und die Ausmaße des Hoftores, der Gartentür, der Einfahrtstore, der Gartentore. Der zweite Punkt in diesem Zusammenhang ist sicherlich der wichtigere: Der Schließmechanismus der Tür, des Tores.

Wie oben bereits erwähnt, sehen Türen, die eine massive Wirkung in Richtung des Verhindern eines Zutritts haben, wird man selten wirklich künstlerisch anspruchsvolle Werke finden. Das verhindert die Mechanik des Schlosses, die, je sicherer die Tür letztlich sein, so größer ist. Das macht detaillierte, feine künstlerische Arbeiten zumindest im Korpus des Griffbereiches, der Angeln und Scharniere schwer. Auch sind massive Türen eben einfach massiv – da ist zumeist nicht von Ästhetik zu spüren. Ausnahmen bestätigen natürlich häufig die Regel. Methoden, eine Tür zu verschließen gibt es viele. Und ebenso viele, sie zu öffnen. In den herkömmlichen Wohnungstüren verwendet man zumeist sogenannte Profildoppelzylinder. Das erste Schloss ähnlicher Bauart ließ sich bereits im Jahre 1861 der Amerikaner Linus Yale patentieren.

In Deutschland war es Sylvester Wöhrle, seines Zeichens ein Kasseler Ingenieur, der bei der Firma Hahn AG arbeitet, der 1942 einen Profilzylinder zum Patent anmeldetet. Die Firma wurde später von Zeiss Ikon gekauft, später in die Assa Abloy Sicherheitstechnik übernommen. Es gibt jedoch noch eine ganze Menge anderer Methoden, bzw. Schließzylinderarten, – die bekanntesten seien hier kurz genannt. Da wären Kurzzylinder. Im Prinzip ebenfalls ein Profildoppelzylinder, aber mit sehr kurzen Abmessungen. Der Knaufzylinder bewirkt, dass sich die Tür von der Außenseite mit einem Schlüssel öffnen lässt, von innen her dagegen mit dem Knauf. In Deutschland sind diese Türen als Fluchtweg trotzdem nicht zugelassen.

Halbzylinder arbeiten, wie aus dem Namen deutlich, nur mit einem halben Zylinder. Sie findet man beispielsweise in Garagentoren, die man auch von Innen ohne Schlüssel schließen kann. Schaltzylinder sind Halbzylinder, die benützt werden um elektrische Anlagen zu schalten. Sie funktionieren mit Mikroschaltern.