Fenster erneuern

Allgemeine Probleme bei Fenstern

Sie können bei Bestandsgebäuden auf die unterschiedlichsten Fenster treffen. Von einfachverglasten alten Holzfenstern über Zweischeiben. Kunststofffenster bis zur Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung in Holz-Aluminium-Kombination. Manchmal paris-856026_640haben die Vorbesitzer des Hauses die Fenster auch ausgetauscht. So kann es sein, dass ein Haus aus den 1950er-Jahren, das ursprünglich mit Einfachverglasungen im Holzrahmen ausgestattet war, später eine Isolierverglasung mit Kunststoffrahmen erhalten hat.

Ob man die Fenster eines Bestandsgebäudes auswechselt oder nicht, hängt aber nicht nur vom Fensterzustand ab, sondern natürlich auch davon, ob man möglicherweise bauliche Änderungen bei den Fenstern vornehmen will oder nicht. Das heißt, ob man Fenster zum Beispiel vergrößern oder versetzen will. Möchte man das tun, muss im Zuge der Hausuntersuchung auch geklärt werden, ob dies statisch ohne Weiteres möglich ist.

Denn Außenwände sind fast immer auch tragende Wände, auf denen ja zum Beispiel die Decke aufliegt. Wenn man also in einer solchen Außenwand eine Vergrößerung eines Außenwanddurchbruchs vornimmt, dann hat das natürlich statische Konsequenzen. Manchmal ist das relativ problemlos zu lösen, indem zum Beispiel ein neuer Unterzug über das Fenster gesetzt wird, manchmal muss aber auch das Fenster anders geplant werden als gewünscht, um unnötige Mehrkosten wegen sehr aufwendiger statischer Umbauten zu vermeiden. Ein umbauerfahrener Architekt sollte dies bei seinen Voruntersuchungen im Blick haben, denn alle Arbeiten rund um einen Fensterausbruch müssen ja in die Ausschreibung, damit sie auch bei den Kosten berücksichtigt sind.

Wärmeschutz

Fenster, die bei Umbauten gewechselt werden, müssen Mindestanforderungen an den so genannten U-Wert (Transmissionswärmeverlustwert, der die Höhe des Wärmeverlustes beschreibt) erfüllen, den die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorschreibt. Je niedriger der U-Wert, umso besser ist er. Ein sehr guter U-Wert für Fenster liegt bei 0,5 bis 0,7 der schlechteste U-Wert, den die EnEV für Fassaden-Außenfenster bei Bestandsmodernisierungen noch zulässt, bei 1,3.

Manchmal wird der U-Wert des Fensters auch getrennt angegeben, jeweils bezogen auf den Fensterrahmen und das Fensterglas. Dann finden Sie in Produktbeschreibungen keinen U-Wert für das Fenster insgesamt, sondern entweder einen U-Wert für den Fensterrahmen (Uf) oder einen U-Wert für das Fensterglas (Ug). Besonders hilfreich ist das nicht, denn am Ende zählt natürlich der U-Wert des Fensters insgesamt. Ein guter Ug-Wert kann durch einen schlechten Uf-Wert relativ wertlos sein – und umgekehrt.

Wenn Sie neue Fenster für Ihr Gebäude aussuchen, ist der U-Wert bedeutsam, denn die EnEV gibt maximal zulässige U-Werte an. Diese dürfen durch neu eingebaute Fenster dann nicht übertroffen werden, wenn Sie mehr als 10 Prozent der Fenster auswechseln.